Quo Vadis Altenpflege 2014

05. November 2014

Gelungene Veranstaltung zum Thema Demenz mit Professor Dr. Andreas Kruse

In diesem Jahr hat die Katharina Kasper ViaSalus GmbH bereits zum fünften Mal zu ihrer Fachtagung  „Quo Vadis Altenpflege“ eingeladen. Das diesjährige Schwerpunktthema Demenz beschäftigt die Einrichtungen der Pflege- und Gesundheitsversorgung immer mehr. Daher nahm am 5. November 2014, im Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach eine interessante und informative Veranstaltung mit hochrangigen Experten und erfahrenen Praktikern ihren Lauf.

„Der Mensch bleibt ein Mensch mit seiner Vergangenheit, Eigenheit und Würde. Demenz und Alzheimer sind in einer älter werdenden Bevölkerung eine „normale“ Erscheinung. Bei einer Demenzerkrankung sind es die Fähigkeiten zu denken, zu verstehen, wahrzunehmen, zu kommunizieren und angemessen auf Umwelteinflüsse zu reagieren, die eingeschränkt sind, während die Bewegungsfähigkeit lange Zeit erhalten bleibt.“ Mit diesen erklärenden Sätzen begrüßte Elisabeth Disteldorf, Geschäftsführerin der Katharina Kasper ViaSalus GmbH,  das anwesende Fachpublikum. Als Auftaktredner begeisterte Professor Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Institutsleiter in Heidelberg und Vorsitzender der Altenberichtskommission der Bundesregierung mit dem Thema: „Grenzgänge alter Menschen zwischen Verletzlichkeit und schöpferischen Potentialen: Wie die Menschenwürde lebendig bleiben kann“. Mit ruhigen Worten hatte er schnell das Publikum in seinen Bann gezogen. Es sei wichtig, sich frühzeitig mit dem eigenen Altern auseinanderzusetzen, um sein Leben selbstbestimmt und in Würde bis zum Lebensende beschreiten zu können. Eine Diagnose wie Demenz sei kein Schicksalsschlag, der dem Menschen die Möglichkeit auf ein würdiges Weiterleben raubt. Es ist jedoch notwendig, den Blickwinkel auf das eigene Leben und das seines Partners zu verändern.

Erich Schützendorf, Diplompädagoge und Leiter des Fachbereichs „Fragen des Älterwerdens“ an der Volkshochschule Kreis Viersen, berichtete vom „Überleben im Meer der Verrücktheiten“ und ging dabei weniger auf Demenz als Krankheit ein, sondern vielmehr auf Demenz als Beziehungsproblem. Anschaulich verdeutlichte er die Problematik des Fachpersonals, sich täglich auf neue menschliche Schicksale einzulassen und gab Hilfestellungen, um in diesem „Meer“ nicht zu versinken. Mit erhobenem Zeigefinger ermahnte er jedoch, sich wieder mehr auf den jeweiligen Menschen einzustellen, als sich hinter Routinen zu verstecken.

Dr. Gabriele Zeller, Chefärztin der Geriatrie des Malters Krankenhaus St. Johannes-Stift, erläuterte das „Konzept nach Silviahemmet“. Hierbei handelt es sich um ein umfassendes Ausbildungskonzept aus Schweden, das zur Begleitung und Betreuung demenziell erkrankter Menschen  und ihrer Angehörigen entwickelt wurde. Frau Dr. Zeller erklärte, dass die exakte Umsetzung in Deutschland utopisch sei (auf neun Bewohner kamen neun Betreuer), jedoch haben sie es geschafft, die Ansätze mit in ihr Krankenhaussystem zu übernehmen. Nicht selten geht sie daher bei Ihrer täglichen Visite mit einem dementen Patienten an der Hand.

Architekt Wolfgang Frey präsentierte seine „Erfolge und Misserfolge bei dem Bau innovativer Wohnmodelle“. In diesem Zuge stellte er ein Wohnmodell vor, das es ermöglicht, sich mit seinem Wohnort zu identifizieren und voneinander zu profitieren. Menschen mit Demenz leben hier in einem „normalen“ Umfeld, in einer Wohnanlage, die sowohl Einkaufs- wie auch Freizeitmöglichkeiten beinhaltet. Die Menschen, die hier wohnen, sollen voneinander profitieren und können dadurch Mietkosten einsparen. Die Schwierigkeit liege hierbei in den Richtlinien durch Wohnungsverwalter und darin, dass eine sehr intensive Betreuung der Wohnanlage von Nöten sei.

Den Menschen betrachten und nicht jeden therapeutischen Ansatz blind verfolgen, dieses Ziel wollte Swen Staak vom Kompetenzzentrum Demenz mit seinem Vortrag „Leben statt therapeutischer Akrobatik“ erreichen. Überspitzt verdeutlichte er, dass die Therapieansätze im Einzelnen betrachtet sicherlich gute Ergebnisse erzielen, es jedoch manchmal durchaus ausreichend sei, sich auf den Menschen im Einzelnen einzulassen.

Abschließend behandelte Dr. med Christoph Gerhard, Leiter des Kompetenzzentrums Palliativmedizin der Universität Duisburg/Essen, die Frage „Brauchen Menschen mit Demenz Palliativversorgung?“ - „Wer schlecht denken kann, kann dennoch gut fühlen.“ Herr Dr. Gerhard versuchte das Publikum dafür zu sensibilisieren, dass dementiell veränderte Menschen trotz kognitiver/sprachlicher Ausfälle häufig jedoch eine gute Kompetenz für Ihr emotionales Wohlbefinden, Ihre Körperlichkeit, Schmerzen und Symptome haben. Daher empfiehlt er, den dementiell veränderten Patienten nach Möglichkeit in die Diagnostik mit einzubeziehen.

Wie bereits im letzten Jahr wurde die Veranstaltung von Frauke Sörensen, Moderatorin für Palliative Praxis nach der Robert Bosch Stiftung, Kursleitung für Fachweiterbildung Palliative Care, Palliativ- und Hospizfachkrankenschwester, kompetent moderiert.

Die Fachtagung bot Fachpersonal und Interessierten zu diesem Thema eine breite Diskussionsplattform. Die Referenten stellten sich auch den kritischen Fragen aus dem Publikum und standen zum Teil in den Pausen noch zur Verfügung. So gab es viele interessante Anregungen und Perspektiven für den Alltag und die einhellige Meinung der Teilnehmer, dass eine solche Veranstaltung wichtig für den Austausch untereinander sei . Daher merkten sich die Besucher gerne den Termin für die Fachtagung im nächsten Jahre vor.

„Quo Vadis Altenpflege“ am 4.November 2015.



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